Wenn schon, dann Turku

Eigentlich mag ich Großstädte ja nicht besonders. Der ständige Verkehr, der viele Asphalt, der Beton und die vielen Menschen stressen mich einfach. Da machen auch finnische Städte keine Ausnahme. Helsinki zum Beispiel ist zwar für eine Großstadt echt gut organisiert und adrett, aber für meinen Geschmack einfach schon zu groß und urban. Und auch Tampere, die zweitgrößte Stadt des Landes, hat mein Herz nicht erobern können. Die anderen größeren Städte sind zwar etwas ruhiger, aber dafür nicht sonderlich spannend.

Es gibt nur eine Ausnahme: Turku. Turku finde ich tatsächlich mehr als ok und wenn ich – rein hypothetisch – mir einen potentiellen Wohnort in Finnland aussuchen müsste, dann wäre wohl Turku meine erste Wahl.

Turku ist groß genug, um rund um das Jahr lebendig zu sein, aber klein genug, als das man auch morgens um 8 gemütlich ohne Stau durch die Stadt fahren kann.

Als Hafen- und traditionsreiche Universitätsstadt, ist Turku ausreichend weltoffen und kultiviert.

Dank mehrfacher täglicher Fährverbindung nach Stockholm ist man auch ohne Flugzeug noch an den Rest der Welt angebunden 😉

Als älteste Stadt Finnlands und ehemalige Haupstadt gibt es durchaus auch Straßenzüge mit historischen Flair.

Turku ist dank der Lage am Fluss und der schönen Uferpromenade – anders als viele andere Städte – zu jeder Jahreszeit irgendwie stimmungsvoll.

In Turku ist das Klima für finnische Verhältnisse recht mild.

Wegen all dem fühlt sich Turku für mich irgendwie europäischer an als alle anderen finnische Städte, irgendwie gemütlicher, irgendwie heimatlicher.

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In der Markthalle von Turku…
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…kann man auch sehr gut vegan essen
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Flusspromenade
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Flusspromenade

 

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Der schönste Weg nach Finnland führt von Stockholm nach Turku

Mein Herz hat eigentlich immer für die majestätischen Fähren der Silja Line geschlagen. Um ehrlich zu sein, hat sogar das Prospektbild einer Silja Line Fähre in der Touristenbroschüre “Sommerwege im Norden” aus den Jahr 1995 mein erstes Interesse für Finnland geweckt. Ja, im Prinzip ist die Silja Festival an allem Schuld. Und der geheimnisvolle Schärenwald im Hintergrund dieses Fotos. Und ein bisschen auch die unheimlich aussehende Rutschmündung in Form eines Drachenkopfes im Vergnügungspark Wasalandia in Vaasa, deren Foto in derselben Anzeige untergebracht war. Damit war alles angefangen und das ausgefledderte Blatt habe ich immer noch irgendwo zu Hause liegen.

Seitdem war es mein Traum, mit einer Silja Line Fähre nach Finnland zu reisen. Lange musste ich warten, erst im Jahr 2009 sollte es so weit sein. Und ich wurde nicht enttäuscht von der Silja Symphony. Auch die Reise mit der Silja Serenade 2012 war rundum gelungen. Doch seit Silja Line an Tallink verkauft worden ist, hat der Charme irgendwie gelitten. Zumindest die neuen Silja Line Fähren zwischen Stockholm und Turku sind langweilig und gesichtslos. Da ist der Neubau der Viking Line (welche die gleichen Strecken bedient), die Viking Grace, schon deutlich attraktiver. Und ein weiterer Vorteil der Viking Line ist, dass sie meist etwas günstiger ist. Deshalb haben wir dieses Jahr direkt Viking Line gebucht: Stockholm-Turku für die Hinreise. Weiterlesen „Der schönste Weg nach Finnland führt von Stockholm nach Turku“

Lomaa

Finnische Ferien…

Alle Fotos sind im Mai 2018 entstanden.

Kaipaus – Sehnsucht

Während des Sommers werde ich in Deutschland immer ganz unleidlich. Die Schwüle, der graue Himmel, die Ackermonokulturen, die zugebauten Landstriche und die von all dem ganz abgetrübten Menschen sind für mich dann nahezu unerträglich und in mir ruft es ganz laut: „Ich will hier raus, in den Norden, wo die Luft frisch, der Himmel klar, die Wälder grün und das Wasser blau ist!“ Weiterlesen „Kaipaus – Sehnsucht“

Nordetrotter goes South: Sardinien

Vor wenigen Tagen bin ich aus Sardinien zurück gekommen. Sardinien?! Ja, genau. Ich war dort beruflich für ein 1,5 tägiges Projekttreffen. Angesichts der langen und  emissionslastigen Anreise habe ich mich erst sehr gegen die Teilnahme gesträubt. Aber es war nichts zu machen… ein Fernbleiben wurde nicht akzeptiert und eine Videokonferenz nicht ermöglicht. Irgendwann habe ich resigniert eingesehen, dass ich da jetzt wohl hinfahren werde und nachdem der Entschluss gefällt war, wurde es besser. Die Emissionen konnte ich zwar nicht verhindern, aber ich habe für mich persönlich das Beste draus gemacht:

  1. Übernachtung im Tagungshotel in der Stadt nur so lange wie möglich. Vor An und Abreise Übernachtung in einem kleinen B&B auf dem Land.
  2. Vor dem Projekttreffen ein freier Tag nur für mich und Sardinien – und natürlich ein Mietwagen!

Nachdem diese Bedingungen abgesteckt waren, habe ich mich sogar richtig auf die Reise gefreut. Denn mal ehrlich, wann hätte es mich schon einmal privat nach Sardinien verschlagen? Wahrscheinlich nie. Bislang hatte ich es ja noch nicht einmal südlicher als bis zum Gardasee geschafft – vor fast 18 Jahren für einen Tagesausflug… *hüstel* . Also beschloss ich, die eigentliche Dienstreise als eine Art private Italien-Entdeckungsreise zu betrachten und so viel an Eindrücken wie nur möglich aufzusaugen. Weiterlesen „Nordetrotter goes South: Sardinien“

Restaurants in Helsinki – ein Rückblick & einige veggiefreundliche Favoriten

Meine Bloggerkollegin Christine hat kürzlich einen Artikel über ihre Lieblingsrestaurants in Helsinki veröffentlicht. Das hat mich daran erinnert, dass ich ja auch schon seit Jahren einen solchen Artikel plane, aber diesen dann doch immer vor mir herschiebe… Warum eigentlich? Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, dass sich in Helsinki ständig ganz viel ändert und mein Artikel somit irgendwie immer hinter der Zeit ist.

Weiterlesen „Restaurants in Helsinki – ein Rückblick & einige veggiefreundliche Favoriten“

Reisebericht Teil 9: Helsinki-Travemünde

Wir verbrachten im Mökki in Mikkeli über eine Woche, ein paar Tage in Helsinki… und dann hieß es am 14.7. auch schon wieder Abschied nehmen von Finnland. Selten hat sich ein Abschied so unpassend angefühlt. Unpassend, weil unser Sommerurlaub endete ohne dass wir richtigen Sommer gehabt hatten – wenn man von den paar sonnigen Tagen in Lappland mal absieht. Insgesamt war es windig, kalt, und durchwachsen gewesen. Selbst wenn ab und zu die Sonne mal durchgekommen war, hatte sie kaum gewärmt. Kein Vergleich mit den Hitzeperioden, die ich von 2002, 2007, 2007, 2011 und 2013 in Erinnerung habe! Zur geliebten Insel bei Porvoo konnten wir wegen der ungünstigen Windverhältnisse und Regen erst einen Tag vor Abreise fahren, eine Übernachtung war nicht mehr möglich. So schade! Ich hätte so gerne noch ein bisschen auf den richtigen Sommer gewartet… Weiterlesen „Reisebericht Teil 9: Helsinki-Travemünde“