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Blogparade: Wie weit darf Fotobearbeitung gehen?

Thomas von reisen-fotografie.de hat aufgerufen zur Blogparade:

Wie weit darf Fotobearbeitung gehen?

Hach, dieses Thema schreit mir aus dem Herzen und deshalb muss ich unbedingt mitmachen!  Es ist nicht so, dass ich bearbeitete Bilder grundsätzlich nicht schön finde – aber mir geht es ganz wie Ulrike, die bei Thomas zu den bearbeiteten Fotos einer Fotobearbeitungschallenge kommentiert hatte:

[…] Die vielen unterschiedlichen Ergebnisse machen mich nachdenklich. Welches Foto gibt einen authentischen Eindruck wider? Sind sie alle eine Interpretation, also nicht das Original?  […]

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Helsinki-Oulu-Helsinki: Unterwegs in Finnland mit Zug und Fernbus

Letztes Jahr im August habe ich während meines fünfwöchigen Finnlandurlaubs eine alte Freundin in Oulu besucht. Wir hatten während unseres Austauschstudiums in Lund/Schweden kennengelernt und seit 7 Jahren nicht mehr gesehen. Obwohl ich regelmäßig in Finnland bin, hatte ich es bis dato nie nach Oulu geschafft. Aber gut: Oulu liegt ja auch nicht gerade um die Ecke, sondern 600 km nördlich von Helsinki, direkt am Bottnischen Meerbusen.

Doch im August 2015 war es endlich so weit! Ich hatte die Hinfahrt bei der finnischen Bahn gebucht und die Rückfahrt bei Onnibus, einem finnischen Billig-Fernreisebusunternehmen.

Wie ist es also in Finnland lange Strecken mit dem Zug und Bus zu fahren? Wer gewinnt – der Zug oder der Fernbus? Entscheidet selbst! Weiterlesen »

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Blogparade: Authentisch reisen

Vor einiger Zeit hat Ulrike von Bambooblog zu einer Blogparade aufgerufen zum Thema

Authentizität auf Reisen: Was ist das eigentlich?

Eine interessante Frage, über die man sehr viel philosophieren kann. Bislang war das aber kein Thema, über das ich bewusst nachgedacht habe. Ich habe meine eigene Reisen meist ganz automatisch für authentisch gehalten, hatte das Gefühl einen guten Einblick von Land und Leuten zu bekommen.

Doch warum habe ich das eigentlich so empfunden…? Da fallen mir gleich mehrere Erklärungsansätze ein.Weiterlesen »

Mmmmmjammmm....

Osterauszeit in der Ruppiner Schweiz

Über Ostern hatten wir das dringende Bedürfnis nach einem Kurzurlaub. Viel Zeit hatten wir nicht, denn nur Karfreitag bis Ostermontag standen zur Verfügung. Also durfte das potentielle Reiseziel nicht allzu weit entfernt liegen. Fest stand nur, dass es irgendwohin gehen sollte, wo wir uns an die Weiten des Nordens erinnert fühlen. Schlussendlich landeten wir bei Neuruppin in Brandenburg.

Wir haben es nicht bereut. Die Ruppiner Schweiz hat wunderschöne Natur zu bieten, preußische Geschichte, Wellnessoasen und unverschämt gute Cupcakes😉 .Weiterlesen »

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Lappland im Winter. Über den Tourismus, – 30°C und das Eisloch

Vor ein paar Tagen war ich nach gut zwei Jahren wieder mit meinen Kollegen in Lappland. Schnee, Winter, Arktis, rosafarbener Himmel, Sauna, Eisloch, Husky, Motorschlitten… das ganze Repertoire. Mit den Kollegen unterwegs zu sein bedeutet immer unglaublich viel Programm in eine unglaublich kurze Zeit zu stopfen. Es ist zum Umfallen anstrengend, aber die gute Stimmung wiegt das meist wieder auf. Dieses Mal wollte sich jedoch der Nachtschlaf bei mir nicht einfinden. Tagsüber war ich so übermüdet, dass ich die Reise leider nicht richtig genießen konnte. Schade. Wir waren nämlich an allen Orten nur so kurz, dass ich sie gerne wenigstens mit allen Sinnen genossen und erlebt hätte anstatt mich nachts stundenlang in den Laken zu wälzen und am nächsten Morgen trotzdem zu spät zum Frühstück zu erscheinen, während die anderen schon ihre erste Erkundungstour hinter sich hatten.

Trotzdem möchte ich einige Gedanken und Erlebnisse hier teilen, denn Lappland im Winter ist für mich bislang immer eine Extremerfahrung gewesen, ein unvergessliches Erlebnis, das durchaus auch zwiespältige Gefühle in mir auslöst.Weiterlesen »

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Blogparade Urlaubserinnerungen

Durch Zufall bin ich auf die Blogparade Urlaubserinnerungen auf www.reisen-fotografie.de gestoßen. Da Reisen, Fotografie und Urlaubserinnerungen für mich ein großes Thema sind, möchte ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, endlich mal an einer Blogparade teilzunehmen! Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit, den Blogbeitrag mit einigen fotografischen Sommererinnerungen zu verschönern, die bislang hier im Blog noch keinen Platz gefunden haben. Alle Bilder sind aus dem Saimaa-Seengebiet in Finnland.

Die Frage der Blogparade lautet: Wie konserviert Ihr die Erinnerungen an eure Reisen?

Reisen sind für mich ganz wichtig. Das war irgendwie schon immer so. Erstaunlicherweise kann ich mich an die meisten Reisen auch noch gut erinnern. Das liegt u.a. daran, dass bei uns schon immer viel fotografiert wurde, bevorzugt in Dia-Form.

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Jetzt, wo die digitale Fotografie Einzug erhalten hat, fotografiere ich natürlich noch viel mehr. Die ganze Festplatte ist voll, teilweise weiß ich nicht mehr wohin mit den Bildern. Längst nicht alle sind gelungen, aber selbst von den missratenen kann ich mich kaum trennen. Denn irgendeine Erinnerung tragen sie fast alle. Im Alltag blättere ich oft in meinen Fotodateien. Vielleicht auch dadurch erinnere ich mich so gut. Seit 2007 war ich jedes Jahr mehrere Male in Finnland – oft am gleichen Ort. Da könnte man leicht durcheinanderkommen, könnte man meinen. Aber nein, ich erinnere mich an jeden einzelnen Aufenthalt und kann sogar aus dem Kopf heraus noch das ungefähre Reisedatum nennen. Ich glaube kaum, dass mir das ohne die Fotos so gut gelingen würde.

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In meiner Kindheit und Jugend habe ich mich außerdem intensiv mit Reisebroschüren, Tickets und Fährgesellschaften beschäftigt. Besonders Schiffe ließen mein Herz höher schlagen. Um unsere Überfahrten nach Schweden brauchten sich meine Eltern seit ich etwa 10 Jahre alt war nicht mehr zu kümmern. Das war meine Leidenschaft. Ich bastelte Quartetts aus Fährschiffen, schrieb Reisetagebuch, imitierte das Schreiben von Reiseartikeln und sortierte alle (!) Urlaubsbroschüren, die mir in die Finger kamen, liebevoll und akribisch in große Curver-Kisten ein, die ich mit Register ausstattete und regelmäßig durchblätterte. Anfang Januar jeden Jahres begann ich Faxe zu verschicken und neue Fahrpläne und Broschüren zu ordern. Broschüren, die ich doppelt hatten, waren dankbares Bastelmaterial für allerlei Collagen. Und das ist nur die Spitze vom Eisberg (wo ich das hier gerade so schreibe, wundert es mich übrigens gar nicht, dass ich beruflich irgendwann bei einem Reiseveranstalter gelandet bin…!). Kurzum: die Reisevorbereitung, Nachbereitung oder einfach nur das Träumen von Reisen waren mir sehr wichtig. Und wenn man sich intensiv mit einer Sache beschäftigt, die einen wirklich interessiert, erinnert man sich meist auch viel besser. Auch deshalb kann ich ich wahrscheinlich so gut an viele Reisen und Urlaubsorte meiner Kindheit und Jugend erinnern.

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Mittlerweile bin ich deutlich abgeklärter. Fährüberfahrten von und nach Finnland sind für mich normal geworden. Flugzeuge, mit denen ich in den letzten Jahren viel unterwegs gewesen bin, haben in mir noch nie positive Emotionen entweckt, ganz im Gegenteil. Irgendwie ist auch nicht mehr die Zeit da, sich mit allem so intensiv zu beschäftigen, man wird von so vielen anderen Dingen, die es früher noch nicht gab, abgelenkt (wie z.B. Internet). Dafür schreibe ich jetzt aber Blogartikel über einige meiner Reisen und mache mehr Fotos als früher. Vielleicht gleicht sich das aus und ich werde mich auch in Zukunft an die Reisen der heutigen Zeit genauso gut erinnern können wie an die Reisen vor 10-20 Jahren.  Die Zeit wird es zeigen.

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Ganz wichtig für die eigene Erinnerung finde ich, dass Reisen trotz allem etwas Besonderes bleiben. Jedes lange Wochenende wegzufahren, wäre absolut nichts für mich. Da kommt die Seele nicht mehr mit, all diese Reize und Eindrücke kann das Gehirn in so schneller Aufeinanderfolge nicht verarbeiten. Ich denke da immer an eine bestimmte Person, die extrem viel unterwegs ist. Heute vor zwei Jahren war diese Person mit mir und anderen in Lappland… Als ich letztes Jahr um diese Zeit, als der Besuch sich zum ersten Mal jährte, der Person die Frage stellte, ob sie sich auch noch so gerne an XYZ aus Lappland erinnere, war sie verwirrt. Die Erinnerung war irgendwie weg, durchmischt mit den Erinnerungen der zahlreichen anderen Trips, die Ereignisse konnten nicht mehr auseinandergehalten werden. Das hat mir wirklich zu denken gegeben. Ich bin überzeugt, dass Reisen nur einen wertvollen Platz in der Erinnerung behalten, wenn sie eben nicht zur Normalität werden. Sonst reihen sie sich aneinander wie jeder andere Wochentag, gleiten in die Bedeutungslosigkeit. Wer von uns erinnert sich schon daran, was wir vor zwei Wochen an Tag x gemacht haben?

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