Kaipaus – Sehnsucht

Während des Sommers werde ich in Deutschland immer ganz unleidlich. Die Schwüle, der graue Himmel, die Ackermonokulturen, die zugebauten Landstriche und die von all dem ganz abgetrübten Menschen sind für mich dann nahezu unerträglich und in mir ruft es ganz laut: „Ich will hier raus, in den Norden, wo die Luft frisch, der Himmel klar, die Wälder grün und das Wasser blau ist!“Weiterlesen »

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Nordetrotter goes South: Sardinien

Vor wenigen Tagen bin ich aus Sardinien zurück gekommen. Sardinien?! Ja, genau. Ich war dort beruflich für ein 1,5 tägiges Projekttreffen. Angesichts der langen und  emissionslastigen Anreise habe ich mich erst sehr gegen die Teilnahme gesträubt. Aber es war nichts zu machen… ein Fernbleiben wurde nicht akzeptiert und eine Videokonferenz nicht ermöglicht. Irgendwann habe ich resigniert eingesehen, dass ich da jetzt wohl hinfahren werde und nachdem der Entschluss gefällt war, wurde es besser. Die Emissionen konnte ich zwar nicht verhindern, aber ich habe für mich persönlich das Beste draus gemacht:

  1. Übernachtung im Tagungshotel in der Stadt nur so lange wie möglich. Vor An und Abreise Übernachtung in einem kleinen B&B auf dem Land.
  2. Vor dem Projekttreffen ein freier Tag nur für mich und Sardinien – und natürlich ein Mietwagen!

Nachdem diese Bedingungen abgesteckt waren, habe ich mich sogar richtig auf die Reise gefreut. Denn mal ehrlich, wann hätte es mich schon einmal privat nach Sardinien verschlagen? Wahrscheinlich nie. Bislang hatte ich es ja noch nicht einmal südlicher als bis zum Gardasee geschafft – vor fast 18 Jahren für einen Tagesausflug… *hüstel* . Also beschloss ich, die eigentliche Dienstreise als eine Art private Italien-Entdeckungsreise zu betrachten und so viel an Eindrücken wie nur möglich aufzusaugen.Weiterlesen »

Restaurants in Helsinki – ein Rückblick & einige veggiefreundliche Favoriten

Meine Bloggerkollegin Christine hat kürzlich einen Artikel über ihre Lieblingsrestaurants in Helsinki veröffentlicht. Das hat mich daran erinnert, dass ich ja auch schon seit Jahren einen solchen Artikel plane, aber diesen dann doch immer vor mir herschiebe… Warum eigentlich? Vielleicht, weil ich das Gefühl habe, dass sich in Helsinki ständig ganz viel ändert und mein Artikel somit irgendwie immer hinter der Zeit ist.

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Reisebericht Teil 9: Helsinki-Travemünde

Wir verbrachten im Mökki in Mikkeli über eine Woche, ein paar Tage in Helsinki… und dann hieß es am 14.7. auch schon wieder Abschied nehmen von Finnland. Selten hat sich ein Abschied so unpassend angefühlt. Unpassend, weil unser Sommerurlaub endete ohne dass wir richtigen Sommer gehabt hatten – wenn man von den paar sonnigen Tagen in Lappland mal absieht. Insgesamt war es windig, kalt, und durchwachsen gewesen. Selbst wenn ab und zu die Sonne mal durchgekommen war, hatte sie kaum gewärmt. Kein Vergleich mit den Hitzeperioden, die ich von 2002, 2007, 2007, 2011 und 2013 in Erinnerung habe! Zur geliebten Insel bei Porvoo konnten wir wegen der ungünstigen Windverhältnisse und Regen erst einen Tag vor Abreise fahren, eine Übernachtung war nicht mehr möglich. So schade! Ich hätte so gerne noch ein bisschen auf den richtigen Sommer gewartet…Weiterlesen »

Reisebericht Teil 8: Kalix-Mikkeli

Nach unserer Marathonfahrt und der Ankunft im Paradies, schliefen wir am nächsten Tag erstmal ordentlich aus. Und es ist tatsächlich wahr: nirgendwo schläft man besser als in einer einfachen Holzhütte.

Ich glaube, es war bereits 11:30, als wir den Campingplatz verließen. Länger Zeit hätten wir uns aber auch nicht lassen können. Am Vortag hatte ich nämlich einen taktischen Fehler begangen. Ich hatte meine Bekannte in Äänekoski angerufen, dass wir vielleicht am nächsten Tag auf der Durchreise vorbeikommen würden… Vorgestellt hatten wir uns einen kurzen Spontanbesuch. Kein Stress, kein Aufwand. Nur wenn es passt. Merke: So läuft das nicht bei älteren Damen 😉 ! Das ist in Finnland nicht anders als in Deutschland.Weiterlesen »

Flugverzicht, Heimatperlen und Gedankenreisen – das war 2017

Das Jahr 2017 neigt sich zum Ende. Ich habe es immer noch nicht geschafft, meinen Sommerreisebericht fertigzuschreiben, aber Zeit für einen kleinen reisetechnischen Jahresrückblick muss ein – besonders interessant wird es, wenn man diesen Beitrag nun mit meinen einstigen Reiseplänen vergleicht.

Wie schon damals fast vorausgesehen, wurde doch alles ganz anders. 2017 war ein für meine Verhältnisse reisearmes Jahr. Unser Sommerurlaub endete bereits Mitte Juli und danach war Schluss mit Verreisen. Nicht, dass ich keine Lust gehabt hätte… aber die Arbeitswelt hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch einen unabdingbaren Umzug von R. mit anschließender Wohnungsrenovierung verbrachten wir die sparsame gemeinsame freie Zeit auf Tapezierleitern und im Baumarkt.  Von den Wochenenden gehen nun mehrere Stunden fürs Pendeln drauf, sodass wenig Zeit für spontane Unternehmungen bleibt. Und last but not least ist die Reisekasse leer.

Aber diesbezüglich gibt es einen Lichtblick: im Januar wird der finnische „Schwiegervater“ 70, sodass wir ja quasi nach Finnland fliegen „müssen“. Ach, wie ungünstig aber auch 😉 .

Es gibt tatsächlich nur einen einzigen winzigen Wehrmutstropfen für die bevorstehende Finnlandreise: ich werde mein Flugverbot brechen.

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Fliegen ist ökologischer Wahnsinn… 2017 konnte ich endlich mal 1 Jahr aussetzen

Jawoll, ich habe mir nämlich 2017 Flugverbot erteilt. Als möchtegern-Ökokriegerin ist es mir seit jeher ein Dorn im Auge, dass ich im Durchschnitt jedes Jahr 2-3 Flugreisen für mich beanspruche. Andererseits ist das ein Bereich, in dem es extrem schwierig ist mich einzuschränken, denn fast alle Flugreisen sind meiner deutsch-finnischen Beziehung geschuldet, welche ohne regelmäßige Heimatbesuche nicht funktionieren würde. Hinzu kommen gelegentliche Dienstreisen. 2017 sah ich die Chance, mal auszusetzen. Ich war tatsächlich in diesem Jahr nur ein einziges Mal in Finnland. Und zwar mit der Fähre.   Alle Dienstreisen konnte ich mit der Bahn erledigen und die einzige Flugdienstreise war freiwillig, sodass ich bequem absagen konnte. Nun ist es also schon sagenhafte 16 Monate her, dass ich zuletzt einen Flughafen von Innen gesehen habe. Erwartungsgemäß habe ich es kein bisschen vermisst. Langweilige Flughäfensääle, tussihafte Stewardessen, Kerosingeruch, Mahlzeiten verpackt in einem Überfluss an Plastikmüll, Turbulenzen, trockene Schleimhäute und Bauchschmerzen – wer könnte da nicht drauf verzichten?

Auch ohne Flugreisen haben wir in der ersten Jahreshälfte viel Schönes gesehen. Die Sächsische Schweiz (siehe hier und hier) hat mich total verzaubert. R. träumt noch von unserer Lapplandreise – ich denke auch oft zurück, aber mein Herz ist im kargen Norden von Fennoskandien irgendwie trotzdem nicht hängen geblieben. Alles in allem hat mir dieses Jahr auch mal wieder gezeigt wie schön ein Urlaub in Deutschland sein kann. Nicht, dass das eine neue Erkenntnis wäre – und es ist auch keinesfalls so, dass ich von nun an auf Auslandsreisen verzichten möchte. Aber es tat doch gut, auch mal wieder zu spüren, dass man mit wenig Zeit, relativ wenig Geld und wenig Aufwand eine unfassbar gute Zeit haben kann.

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Die Aussicht von unserer Ferienwohnung in der sächsischen Schweiz – ein Traum!
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Osterfrühstück in der sächsischen Schweiz

Im Herbst war ich zwei Mal in Holland auf Dienstreise – Leeuwarden und Den Haag. Das zählt natürlich nicht als Urlaub, aber trotzdem finde ich es immer ganz nett unsere relaxten westlichen Nachbarn zu besuchen. Holland ist so geradeaus, so innovativ, so modern. Unsere Bundesrepublik kommt mir dagegen oft ganz schön alt und knöcherig vor. Auf der Rückfahrt der ersten Reise strandete ich unverhofft – Sturmtief Xavier sei Dank – in Leer. In Holland hatten wir von dem Chaos hinter der Grenze nichts mitbekommen – umso überraschter war ich, als hier dann absolut nichts mehr ging. Zu später Stunde durfte ich aber mit dem letzten verfügbaren Mietwagen die lange Heimreise antreten. Glück im Unglück, denn noch Tage später ging auf der Bahnstrecke nichts.

Summa summarum bin ich auch 2017 wieder Europa treu geblieben, obwohl ich ja durchaus ab und zu auch mal mit anderen Gebieten liebäugele. Allerdings habe ich ein recht effektives Mittel gegen meine Neugier auf Fremde, Abenteuer und Exotik gefunden: Abenteuer-, Reise- und Auslandsliteratur. Tatsächlich lese ich seit ca. 1,5 Jahren wieder deutlich mehr und bin Stammkundin der Stadtbibliothek geworden – das Trauma meines einstigen geisteswissenschaftlichen Studiums, welches mir fast jegliche Leselust genommen hatte, scheint endlich überwunden. Natürlich gibt es auch noch die ganzen unzähligen Reiseblogs, aber ich muss ehrlich sagen, dass mir die aktuellen Entwicklungen in der Bloggerwelt nicht gefallen. Die Beiträge werden immer kommerzieller, immer unpersönlicher. Immer unauthentischer. Werbung statt Reflexion. Geplante Sponsorreisen statt spontaner Erlebnisse. In vielen Blogs macht es  mir leider keinen Spaß mehr zu lesen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Damit bin ich auch schon am Ende von meinem Beitrag. Für 2018 fange ich erst gar nicht an, Reisepläne zu schmieden – erstmal hat es Priorität, ein paar andere Dinge wieder ins Lot zu bringen. Außerdem: Es kommt ja doch immer anders als man denkt – und das muss nicht unbedingt schlecht sein.

Kommt gut ins neue Jahr, wir lesen uns hoffentlich 2018 wieder!

Reisebericht Teil 7: Vom Nordmeer zum bottnischen Meer

Endlich ist es soweit und ich kann vom verrücktesten Tag unserer Reise berichten. Ich habe den Tag verflucht, aber gleichzeitig wusste ich, dass er im Nachhinein der irgendwie beste (?) Tag gewesen sein würde. Wenn immer alles mehr oder weniger nach Plan läuft, ist es ja schließlich langweilig!

Als wir am 3.7. morgens in Kilpisjärvi den Vorhang vor dem Fenster zur Seite schoben, sahen wir Nebelsuppe und graue Wolken. Die Wetterprognose hatte also offenbar recht gehabt. Auch der neueste Ausdruck des Wetterdienstes in der Rezeption war wenig vielversprechend: 5 Grad und Regen bis zum Ende des Wettervorhersagezeitraums. Also nichts wie weg hier!

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Abschied von Kilpisjärvi
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Und noch ein Abschiedsbild vom Wanderzentrum.

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